24.5.07

Busfahren zum Nulltarif? Nicht mit dem RMV

Wieder erweist sich die starre Struktur des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) als eines der großen Hindernisse für Innovationen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

So wird die Stadt Bad Homburg den Plan zurückziehen, ihren Bürgern an den vier Adventssamstagen freie Fahrt im städtischen Busverkehr anzubieten.

Verhindert wird dies durch bürokratische Anforderungen des RMV. Der verlangt für kostenlose Fahrten nämlich die Ausgabe von gedruckten Fahrscheinen mit dem Preis von 0 €, anstatt dass man auf Fahrkarten einfach verzichtet. Wegen der hohen Kosten für die Umrüstung von Automaten, um diese speziellen Tickets auszugeben, verteuert sich der Preis einer solchen Freifahrt von 15.000 € auf 65.000 €.

Der RMV ist sicherlich unverzichtbar, um gemeindeübergreifende Mobilität in der Rhein-Main-Region zu gewährleisten. Er sollte jedoch seine komplizierten Abrechnungsmechanismen vereinfachen und danach ausrichten, möglichst viele Fahrgäste vom Auto in den Bus und auf die Schiene zu locken.

Die aktuelle Struktur belohnt nicht unverzüglich höhere Fahrgastzahlen, da vergangene Abrechnungszeiträume als Maßstab für die Ausschüttungen an die Verkehrsunternehmen gelten. Höhere Fahrgastzahlen führen damit erst einmal zu mehr Kosten und schlechterer Qualität für den einzelnen Kunden. Die schnelle Reaktion auf höhere Nachfrage können die Verkehrsdienstleister dann erst einmal auf eigene Kosten schultern.

Deshalb muss der RMV seine Strukturen radikal verändern. Er darf einer Preisreduktion im ÖPNV-Sektor nicht im Wege stehen.