31.10.07

Schulreform geht an Ursachen vorbei

Nun hat es die rheinland-pfälzische Kultusministerin Doris Ahnen lauthals verkündet: Die Hauptschulen werden in Rheinland-Pfalz ab dem Schuljahr 2009/2010 schrittweise abgeschafft. Anstelle der Hauptschule wird es dann eine kombinierte Real- und Hauptschule geben.

„Klare Wege sollen für mehr Chancengleichheit, mehr Durchlässigkeit und gute Perspektiven sorgen“, so beschreibt Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. Das zukünftige Schulsystem solle ab 2009/2010 zweigliedrig organisiert sein. Die weitergehenden Schulen mit Gymnasium und Integrierter Gesamtschule (IGS) sowie die neue Realschule plus. Diese biete unter ihrem Dach die beiden Schulformen Kooperative Realschule und Regionale Schule an, die zum Mittleren Schulabschluss und zum Abschluss der Berufsreife führen. Bei entsprechenden Voraussetzungen biete die Realschule plus zudem die Fachhochschulreife an. In diesen Realschulen plus dann in der 5. und 6. Klasse eine gemeinsame Orientierungsstufe, so die Vorstellungen von Doris Ahnen und ihres Ministeriums.

Ob die Weichen, wie von Doris Ahnen behauptet, wirklich so klar und chancengleich gestellt worden sind, kann bezweifelt werden. Eine Umstrukturierung des drei- in ein zweigliedriges Schulsystems ist eine zwar nach außen allgemein sichtbare Reform des Schulwesens in Rheinland-Pfalz, beseitigt aber nicht die vorliegenden Missstände. Der Unterrichtsausfall an den rheinland-pfälzischen Schulen wird nicht dadurch behoben, indem man Schulen zusammenlegt und dem ganzen einen neuen Namen gibt. Solange es Schulen gibt an denen fast ein Zehntel des Unterrichts ausfällt, kann zwar vielleicht an den betreffenden Schulen von Chancengleichheit, aber nicht von einem funktionierenden Bildungssystem in Rheinland-Pfalz gesprochen werden. Trotz des Projekts "Erweiterte Selbstständigkeit" hat Bildungsministerin Ahnen den Unterrichtsausfall nicht beseitigen können. Es fehlt schlicht und ergreifend an Lehrkräften und nicht an neuen Schulformen.

Die Liste an wirklich nötigen und wichtigen Weichenstellungen im rheinland-pfälzischen Schulsystem ließe sich noch erheblich verlängern.