Die Stadt Mainz hat unter Federführung von Bürgermeister Norbert Schüler (CDU) Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern am Europakreisel geführt und sich mit Vorverträgen den Zugriff auf eine große Zahl dieser Flächen gesichert.
Damit erwächst nun neben dem Bruchweg und dem Kasteler Petersweg eine dritte, längst schon erledigt geglaubte Alternative für den Stadion-Standort.
Aus unserer Sicht darf bei der Freude hierüber nicht außer Vergessenheit geraten, dass das dringendste Problem - die Finanzierung - noch vollkommen ungelöst ist. Das Land hat zwar eine Förderung in Aussicht gestellt. Die Stadt Mainz ist jedoch nicht in der Lage, Finanzmittel bereitzustellen.
Die Option, mit Grundstücken auszuhelfen, halten wir für reine Augenwischerei. Denn diese Maßnahme kostet die Stadt reales Geld. Dass es sich im Verwaltungshaushalt nicht niederschlägt, ist allein der Tatsache zu verdanken, dass die Stadt ihren Haushalt nicht nach den Regeln der doppelten Buchführung (Doppik) aufstellt. Denn dann würde der Abfluß von Vermögen (Schenkung von Grundstücken) mit Euro und Cent verbucht werden.
Wir warnen dringend davor, das städtische Vermögen für private Vereinsinteressen aus der Hand zu geben. Wenn der wirtschaftlich erfolgreiche (2 Mio. € Gewinn) Verein Mainz 05 ein neues Stadion bauen will, nachdem er mit erheblichen Mitteln erst einen Ausbau am Bruchweg bezahlt bekommen hat, dann soll er selber bezahlen oder einen privaten Investor finden, der bereit ist sein eigenes Geld in die Hand zu nehmen.
Die Erpressung der Stadt Mainz mit der Kastel-Alternative ist aus unserer Sicht kein guter Stil.
Mit Sicherheit sind die 05er ein Pfund für diese Stadt. Allen Seiten ist an guter Zusammenarbeit und beiderseitigem Erfolg gelegen. Aber die Verschuldung dieser Stadt trifft alle Bürger - auch 05-Fans - und schmälert ihre Zukunftschancen. Daher muss ein besserer Weg gefunden werden als der des Rufes nach dem Geld anderer.