11.5.07

Unser Standpunkt: Integration geht alle an!

Die Integration von Einwanderern in die Aufnahme-Gesellschaft ist eine der drängendsten Aufgaben für die Politik.

Diese Diskussion darf nicht nur auf Bundesebene geführt werden, wie etwa auf der umstrittenen Islamkonferenz, die kürzlich zum zweiten Mal unter Bundesinnenminister Schäuble, CDU, tagte.

Beiden - Deutschen wie Immigranten - wird viel abverlangt. Die Emotionen kochen dabei oft hoch. Darf es Muslimen erlaubt sein, hier Moscheen mit Minaretten zu bauen, von denen der Muezzin ruft? In der Schweiz will die SVP dies nun verbieten. Mit unserem überlieferten Verständnis von Religionsfreiheit ist solch ein Verbot nicht zu vereinbaren. Gleiches gilt jedoch für das Kopftuchverbot oder die erzwungene Teilnahme von muslimischen Mädchen an Schulausflügen oder Schwimmunterricht - dennoch entscheiden sich Politik und Gerichte zunnehmend dafür, hier keine Differenzen mehr zu dulden.

In diesen Fragen gibt es kein richtig oder falsch. Hinter der zunehmenden Tendenz in Deutschland, den Einwanderern mehr Anpassung abzuverlangen, steckt ein diffuses Unbehagen gegenüber Abschottung und Parallelgesellschaft. Dies erklärt sich auch durch den Hintergrund einer welt-umspannenden islamistischen Terrorbewegung gegen die westliche Welt. Diese hat die Arglosigkeit und das Vertrauen in die guten Absichten der zugezogenen Muslime in Mitleidenschaft gezogen. Das wird dadurch verstärkt, dass klare Distanzierungen der Muslime vom Terror der Islamisten selten sind und für unglaubwürdig gehalten werden.

Was es also brauchen würde, wäre ein Vertrauensbildungsprozess. Dafür ist es unerlässlich, dass die große Zahl der muslimischen Einwanderer eine Stimme und ein Gesicht erhält. Dass auf der Islamkonferenz gerade Hardliner und Filialisten ausländischer politischer Gruppierungen vertreten sind, lässt demnach keine Fortschritte erwarten.

Wir, die aufnehmende Gesellschaft, müssen präzise sagen, was wir für die Aufnahme in unsere wohlhabende und großzügige Gesellschaft verlangen. Wir müssen klarmachen, dass Einwanderer an denselben Maßstäben gemessen werden wie jedes andere Mitglied der Gesellschaft.

Auf Mainzer Ebene ist (mal wieder) die geplante islamische Grundschule des Arab-Nil-Vereins in die Diskussion geraten (Pressebericht Mainzer Allgemeine). Wir können den Parteien nur davon abraten, reflexartig links und rechts Positionen zu besetzen. Natürlich müssen zuallererst die Fakten auf den Tisch und geprüft werden. Das Schulamt sorgt für eine fachliche Bewertung. Und doch muss man sich fragen, was für ein Signal eine islamische Grundschule aussendet. Dazu müssen die Parteien im Interesse der deutschen Gesellschaft eine gemeinsame Position beziehen. Aus welchen Motiven speist sich der Wunsch, seine Kinder als Einwanderer nicht mehr auf staatliche Schulen schicken zu wollen?

Ohne Vorfestlegungen treffen zu wollen müssen wir den hier Eingewanderten deutlich machen, dass sie nur als Teil dieser Gesellschaft hier eine Zukunft haben können. Umso wichtiger ist es, dass wir den Integrationswilligen klar machen, dass sie hier erwünscht sind. Wer alle Einwanderer über einen Kamm schert darf sich nicht darüber wundern, dass Integrationsbereitschaft bei den derart Zurückgestoßenen fehlt.

Wir als JU stehen allen jungen Leuten offen, die ihre Zukunft in unserer Gesellschaft sehen. Entgegen den Vorurteilen ist die Mainzer JU ein wahres Sammelsurium an Menschen mit Migrationshintergrund. Im Mainz-Mitte Vorstand allein haben drei Mitglieder einen deratigen Hintergrund. Wir sind an einer gemeinsamen fruchtreichen Zukunft interessiert. Multi-Kulti-Reflexe, wie wir sie immer wieder von SPD und Grünen vernehmen dürfen, sind billige Parolen, die die Probleme überdecken wollen und sie damit in Wahrheit verschärfen.

Für unseren Standpunkt werben wir um die Unterstützung der Bürger. Macht mit!