Letzten Freitag (12. Oktober 2007) war es in der Mainzer Allgemeinen Zeitung zu lesen: In den nächsten fünf Jahren werden in Mainz und Umgebung die Kapazitäten zur Energiegewinnung aus Solarkraft massiv ausgeweitet.
Die JU Mainz-Mitte begrüßt es, dass das Vorhaben der Stadt Mainz in Zukunft verstärkt auf regenerative und umweltschonende Formen der Energiegewinnung zu setzen, nun konkrete Formen annimmt. Es ist absolut positiv zu werten, das in Mainz und Umgebung in den kommenden fünf Jahren Solaranlagen entstehen werden, die jährlich 50 Megawatt an Energie erzeugen. Dass dabei die erforderlichen Solarmodule von First Solar, einem in Mainz ansässigen Hersteller von Photovoltaikanlagen, bezogen werden, ist ebenso erfreulich und zeigt welches Innovationspotenzial in Sachen regenerativer Energien in der Region vorhanden sind.
Als Lippenbekenntnisse empfindet die JU Mainz-Mitte das Verhalten des Oberbürgermeisters Jens Beutel, der einerseits den Ausbau der Solarenergie in Mainz als „Quantensprung“ bezeichnet, im Gegenzug den Bau eines Kohlekraftwerkes auf den Ingelheimer Aue vorantreibt. Für uns ist es daher fraglich, wie der geplante Bau des Kohlekraftwerks in Mainz mit dem Ziel der Klimaschutzvereinbarung in Übereinstimmung gebracht werden kann, im Jahr 2020 rund 20 Prozent des Energiebedarfs der Mainzer über regenerative Energien abzudecken. Hier kann leider nur gemutmaßt werden: Vielleicht wird ja den Strom aus dem geplanten Kohlekraftwerk woanders hin verkauft und nicht in Mainz genutzt, um wenigstens auf dem Papier die Klimaschutzvereinbarung einzuhalten? Die Mainzer würden aber immer noch unter den CO2- und Rußemmissionen zu leiden haben. Aber selbst ohne neues Kohlekraftwerk in Mainz bedarf es weiterer Anstrengungen um das Ziel der Klimaschutzvereinbarung zu erreichen. Dabei kann es auch nicht nur um eine Erweiterung der Kapazitäten der regenerativen Energiegewinnung gehen.
Ebenso wichtig sind Maßnahmen zur Energieeinsparung. Hier sollte Herr Beutel dringend aktiv werden und vor allem mit gutem Beispiel vorangehen. So wäre es ratsam in naher Zukunft Enegrieausweise für die Gebäude im städtischen Besitz anzufertigen und darauf aufbauend die Gebäude unter energetischen Gesichtspunkten zu sanieren beziehungsweise zu modernisieren. Damit könnte die Stadt Mainz, als großer Immobilieneigentümer, auf einen Schlag einen erheblichen Beitrag zur Klimaschutzvereinbarung leisten. Obendrein wäre eine Sanierung beziehungsweise Modernisierung des städtischen Immobilienbesitzes auch unter wirtschaftlichen Erwägungen vorteilhaft. Denn Klimaschutz schont nicht nur die Umwelt sondern, gerade bei steigenden Energiekosten, auch den Geldbeutel. Investitionen in energiesparende Heizungs- und Beleuchtungstechniken amortisieren sich bereits in wenigen Jahren. Anstatt in presitgeträchtige Bauten zu investieren, sollte Herr Beutel erst einmal den vorhandenen Immobilienbestand modernisieren. Aus den Einsparungen an Heizungs- und Stromkosten könnte dann neben einem Fußballstadion spielend noch ein Baseballstadion für die Mainz Athletics erbaut werden.