10.2.07

Kohlekraftwerk - HSE verkauft Anteile

Die Heag Südhessische Energie AG (HSE) verkauft ihre Anteile an der KMW. Käufer werden die Stadtwerke Mainz (SWM) und möglicherweise die ESWE werden, die bisher schon jeweils ein Drittel der Anteile halten. Die SWM hatten schon seit längerem Interesse an der Aufstockung ihrer Anteile signalisiert.

Die Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit dem Bau eines Kohlekraftwerks (KKW) durch die KMW. Die HSE setzte sich mit ihrem Wunsch, einen Teil der Stromproduktion des neuen KKW zu Erzeugerpreisen abzunehmen, nicht durch. Stattdessen will die KMW Strom immer nur zu aktuellen Marktpreisen abgegeben. Die HSE hätte in diesem Fall durch Dividenden an Markterfolgen der KMW partizipiert.

Der Anteilsverkauf stellt sich somit als Ausdruck unterschiedlicher Unternehmensphilosophien dar. Die KMW will als Stromproduzent unabhängig am Markt auftreten und nicht bloße Erzeugergesellschaft für ihre Anteilseigner sein. Vor dem Hintergrund, dass die Stromproduktion den Bedarf von ESWE, SWM und HSE übersteigen wird, ist diese Strategie durchaus folgerichtig.

Nach dem grünen Licht des KMW Aufsichtsrats für den KKW-Neubau gibt es erstmal keine Hindernisse für den Beginn der Planumsetzung.

Auf Unverständnis der Kommunalpolitiker dürften dabei die Äußerungen des SWM-Vorstands Detlev Höhne stoßen, der von einer "Überforderung" des Stadtrats angesichts der Komplexität des Projektes sprach.