3.12.07

JU fordert mehr Mittel für Hauptschulen

Letzte Woche ist die stellvertretende Leiterin der Goethe-Hauptschule in der Mainzer Neustadt mit einem Hilferuf an den Ortsbeirat der Mainzer Neustadt herangetreten (siehe auch MRZ-Artikel). An ihrer Schule nähmen Gewalt und Vandalismus überhand.

Die JU würdigt den Mut der Schulleitung (AZ Artikel) der Goetheschule, auf die Probleme an unseren Hauptschulen mit dieser unüblichen öffentlichen Äußerung hinzuweisen.

Durch die jahrelange konsequente Vernachlässigung der Hauptschulen durch die rheinland-pfälzische SPD-Landesregierung dient dieser Schultyp vielerorts oft nur noch als ein Auffangbecken für schwer beschulbare Jugendliche. Diese benötigen aber viel mehr Unterstützung durch kleinere Klassen und Sozialarbeiter. Die Hauptschule, die als Schule dafür konzipiert ist, auf eine praktische Berufsausbildung vorzubereiten, ist für diese Aufgaben nicht ausgelegt.

Zu alledem kommen die ungelösten Integrationsprobleme, die an diesen Schulen ausgetragen werden. So klagt die Schulleitung über Schüler mit muslimischen Migrationshintergrund, die jeden Respekt vermissen lassen. In diesem Zusammenhang hat Samy El Hagrassy vom Arab Nil Rhein e.V. die Hilfe seines Vereins angeboten. Wichtig wäre hierbei vor allem, dass diese Kinder in ihren Elternhäusern Respekt und Integrationsbereitschaft vorgelebt bekommen.

Von der SPD Landesregierung und der Bildungsministerin Doris Ahnen ist auf diesem Feld nichts zu erwarten. Deutlich geworden ist dies mit ihrer jüngsten sogenannten Reform - der namentlichen Abschaffung der Hauptschule, die nun unter ein Dach mit der Realschule wandert und den klingenden Namen "Realschule Plus" erhält. Damit hat die SPD in Rheinland-Pfalz den bildungspolitischen Offenbarungseid geleistet. Denn die Veränderungen sind vor allem kosmetischer Natur (siehe Blog vom 30.10.).

Erforderlich wäre eine konsequente Stärkung der Hauptschulen mit mehr Lehrkräften und Sozialarbeitern. Für unbeschulbare Kinder und Jugendliche müssen spezielle Institutionen geschaffen werden, in denen hierfür ausgebildete Fachleute gezielt auf die Entwicklungsdefizite gerade dieser Kinder und Jugendlichen eingehen können. Das jetzige Herumreichen dieser Schüler von Schule zu Schule ist am wenigsten geeignet, um ihnen Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Diese Pläne sind teuer und passen nicht in das politische Weltbild der SPD - dies darf jedoch jeweils kein Grund sein, um die notwendigen Schritte für Verbesserungen einzuleiten. Bei allen Sparzwängen wäre es grundverkehrt, bei den Ausgaben für die Bildung sinnvolle Reformen aus Kostengesichtspunkten scheitern zu lassen.